Podcasting und Fragen zum Musikrecht
  • Aktueller Hinweis: Der folgende Beitrag ist veraltet! Juristisch fundierte Informationen zum Thema Podcasting und Musikrecht findet ihr u.a. hier:
    http://www.law-podcasting.de/kann-ich-unproblematisch-musik-aus-dem-podsafe-music-network-spielen
    und hier:
    http://www.joora.de.pd1000.virtualhosts.de/wordpress/?p=75
    (24.04.07)


    Noch ein Thread zu diesem Thema, muss das sein? Ja, denn die Diskussion wird hier an verschiedenen Stellen geführt, Themen wiederholen sich und man blickt nicht mehr durch. Ich möchte in diesem Thread alle offenen Fragen zum Thema Podcasting und Musikrecht sammeln, in diesem Beitrag auflisten und nach und nach ergänzen.

    Ich habe Kontakt zu einem Anwalt für Musikrecht aufgenommen und würde ihm dann unsere Fragen überreichen und eine Anleitung für alle ins Podster-Wiki stellen. Leider ist eine Rechtsberatung nicht billig. Da sich ja schon einige bereit erklärt haben, sich an den Kosten zu beteiligen, habe ich mir folgendes überlegt: Alle Interessenten schicken mir eine Mail über das Podster-Formular mit der Angabe, wie viel sie zu spenden bereit sind. Und zwar bräuchte ich zwei Angaben:

    1. Für die Klärung der Frage, ob oder unter welchen Bedingungen ich die Musik von bekannten Künstlern wie Deep Purple, James Brown etc. aus dem Podsafe Music Network spielen kann, würde ich folgenden Betrag spenden: _____

    2. Für die Klärung aller offenen Fragen zum Thema Podcasting und Musikrecht (inkl. Punkt 1) würde ich folgenden Betrag spenden: ______

    Das ist noch nicht verbindlich, sondern soll mir helfen abzuschätzen, ob es sich lohnt, einen Anwalt zu engagieren.


    ========================================================

    Und hier sammle ich die Fragen zum Thema PODCASTING UND MUSIKRECHT, die Liste soll nach und nach ergänzt werden. Wenn ihr zu bestimmten Fragen bessere/treffendere Forumulierungen habt, heraus damit, denn diese Fragen sollen einem Anwalt für Musikrecht überreicht werden.

    1) Im Podsafe Music Network (PMN) sind in letzter Zeit Songs bekannter Künstler aufgetaucht, deren Musik bislang bei der GEMA gemeldet war. Dürfen diese Songs auch ohne GEMA-Podcast-Lizenz in einem Podcast gespielt werden oder bestehen weiterhin Verträge zwischen den entsprechenden Labels und der GEMA?

    1b) In den meisten Fällen handelt es sich um Live-Aufnahmen bekannter Studio-Produktionen. Wie verhält es sich in diesem Fall?

    2) Ein Podcaster spielt einen Song eines Komponisten, der nicht GEMA-Mitglied ist. Er hat den Rechteinhaber dazu um Erlaubnis gefragt. Der Komponist tritt irgendwann der GEMA bei und muss daher alle seine Werke bei der GEMA anmelden. Macht sich der Podcaster strafbar, wenn er (unwissend) die Episode mit dem Song im Netz lässt?

    2b) Ein Komponist stellt seine Songs ins PMN oder veröffentlicht sie unter einer Creative-Commons-Lizenz und tritt später der GEMA bei. Werden die alten Lizenzen ungültig?

    3) Wie verhält es sich mit dem Zitatrecht im Bezug auf Musik (oder eventuell Audio allgemein). Ist es überhaupt anwendbar, und falls ja, unter welchen Bedingungen.

    4) Sind die GEMA Lizenzen denn nun überhaupt in der Praxis zu irgendetwas nützlich, oder welche Rolle spielen die GVL und die Labels?

    5) Ein Label/Künstler stellt einen Song im Podsafe Music Network (PMN) zur Verfügung und deklariert ihn im Rahmen der "Terms Of Use" als "podsafe" obwohl er die Vewertungsrechte ganz oder teilweise an eine Verwertungsgesellschaft abgetreten hat.
    Macht sich der Podcaster, der diesen als "podsafe" deklarierten Song in seinem Podcast spielt, strafbar? Begeht er eine Urheberrechtsverletzung obwohl er davon nichts wissen konnte?

    6) Was geschieht, wenn ein Künstler gegenüber einem Podcaster fährlässig, oder vorsätzlich falsche Angaben macht, es dadurch zu einer ungewollten Urheberrechtsverletzung kommt und der Podcaster durch z.B. die GEMA abgemahnt wird. Kann der Podcaster Regressforderungen an den Künstler stellen?


    Linksammlung:
    Gespräch von Alex Wunschel mit dem Anwalt Arne Trautmann über die Verwendung von Musik in Podcasts
    Website der GEMA
    Podsafe Music Network
    Creative Commons Deutschland
  • Erweiterung zu 1)
    In den meisten Fällen handelt es sich um Live-Aufnahmen bekannter Studio-Produktionen. Wie verhält es sich in diesem Fall?

    2. Für die Klärung aller offenen Fragen zum Thema Podcasting und Musikrecht (inkl. Punkt 1) würde ich folgenden Betrag spenden: _50€___

    Grüße aus dem Podcastcafe
    Jürgen
  • 3) Wie verhält es sich mit dem Zitatrecht im Bezug auf Musik (oder eventuell Audio allgemein). Ist es überhaupt anwendbar, und falls ja, unter welchen Bedingungen.

    4) Sind die GEMA Lizenzen denn nun überhaupt in der Praxis zu irgendetwas nützlich, oder welche Rolle spielen die GVL und die Labels?

    Ich würe ebenfalls 50 Euro zur Verfügung stellen.

    Allgemein: Eventuell würde es Sinn machen die Fragen gleich im Wiki zu sammeln, dann kann jeder einfach dazuschreiben oder auch bereits existierende Fragen präzisieren etc.

    PS: @Jens: Podsafe! ;)
  • Michael said:

    PS: @Jens: Podsafe! ;)


    Danke! Korrigiert.

    @Alle: Ihr müsst übrigens eure Spende nicht öffentlich nennen, sondern könnt mir die Angabe auch per E-Mail schicken.
  • 5) Ein Label/Künstler stellt einen Song im Podsafe Music Network (PMN) zur Verfügung und deklariert ihn im Rahmen der "Terms Of Use" als "podsafe" obwohl er die Vewertungsrechte ganz oder teilweise an eine Verwertungsgesellschaft abgetreten hat.
    Macht sich der Podcaster, der diesen als "podsafe" deklarierten Song in seinem Podcast spielt, strafbar? Begeht er eine Urheberrechtsverletzung obwohl er davon nichts wissen konnte?

    6) Was geschieht, wenn ein Künstler gegenüber einem Podcaster fährlässig, oder vorsätzlich falsche Angaben macht, es dadurch zu einer ungewollten Urheberrechtsverletzung kommt und der Podcaster durch z.B. die GEMA abgemahnt wird. Kann der Podcaster Regressforderungen an den Künstler stellen?
  • Vielen Dank an alle, die sich bereit erklärt haben, sich an den Anwaltskosten zu beteiligen! Ich würde mich freuen, wenn sich wirklich alle, die von der Klärung dieser Fragen profitieren, beteiligen würden, denn eine wirklich umfassende Klärung dieser Fragen dürfte nicht ganz billig werden.

    Die Klärung dieser Fragen ist für alle Podcaster wichtig, die (nicht selbstkomponierte) Musik in ihrem Podcast spielen, auch wenn es sich um sogenannte Podsafe-Music handelt.

    Es muss auch niemand ein Vermögen geben, 5 Euro sind auch was wert! (Eine Abmahnung kann wesentlich teurer werden!) Die Spender können dann (Michaels Einverständnis vorausgesetzt) auf der entsprechenden Seite verlinkt werden. Natürlich nur, wenn wir die Kosten für eine Rechtsberatung zusammenkriegen. Die Höhe eurer Spende wird nicht öffentlich genannt, also traut euch!
  • Beteilige mich auch... ist denn schon was geplant? PAYPAL?
  • Nein, wir wollen erst mal checken, ob sich die Aktion finanziell überhaupt bewerkstelligen lässt. Deshalb schick mir erst mal eine unverbindliche Mail mit Angabe deines Spendenbetrags. ( urmelino123 (at) gmx (punkt) de )

    Wie wir das umsetzen, ist noch nicht genau geplant. Ich habe aber eine Idee, wie sich die Kosten reduzieren lassen könnten. Ich muss nur erst mal wissen, wie groß unser Budget ist.

    Eins ist allerdings wohl schon klar: Diese ganzen Oldies, die jetzt im PMN aufgetaucht sind, darf man in Deutschland nicht ohne GEMA-Lizenz spielen, da sie ja schon lange bei der GEMA gemeldet sind und die sich natürlich darauf beruft. Also, Vorsicht mit dem PMN und keine Abmahnung riskieren!
  • Guten Tag,

    Eigeninitiative ist wirklich gut und die Idee, einen Rechtsanwalt für Musikrecht zu Rate zu ziehen, scheint auf den ersten Blick sinnvoll. Sicherlich geschieht das in der Erwartung, ein anwendbares und verwertbares Ergebnis zu erhalten. Es bleibt nur die Frage, ob dieses Ergebnis den Wert hat, den Ihr erwartet.

    Durch die Aussage eines Rechtanwaltes erlangt Ihr keine absolute Rechtssicherheit, da immer verschiedene Rechtsauffassungen vertreten werden. Das ist das Wesen von Jura. Einzig die Entscheidungen der Gerichte sind maßgebend. Das heißt, dass Ihr auch nach der Einholung einer Rechtsauskunft kräftig auf die Nase fallen könnt, obwohl Ihr Euch in Sicherheit wiegt.

    Wirklich verbindlich sind dagegen schriftliche Auskünfte oder Genehmigungen von den Anbietern, deren „Ware“ Ihr nutzen wollt. Wir sprechen hier von GEMA, GVL, Labels und Verlagen.


    Deswegen hier ein paar Anregungen zur Formulierung der Fragen:

    Kommentar zu Frage 1:
    Die Abkommen mit dem Podsafe Music Network spielen für die Anwendbarkeit des deutschen Rechtes keine Rolle! Für den, der hier in Deutschland etwas veröffentlichen will, gilt die deutsche Rechtsprechung. Das PMN ist eine Firma und keine Institution, wie die GEMA oder die GVL. Zurzeit ist die GEMA mit der Überprüfung des
    Podsafe Music Networks befasst. Die Konsequenzen, die daraus erwachsen, kann kein Rechtsanwalt voraussagen! Ein offizielles Statement der GEMA zu diesem Thema wird wohl noch folgen.

    Weiterhin sei angemerkt, dass nach dem Erwerb einer GEMA-Lizenz selbstverständlich noch die Genehmigung des verantwortlichen Labels eingeholt werden muss, da die deutschen Tonträgerhersteller die GVL noch nicht mit der Wahrnehmung der Rechte für das Medium Podcast beauftragt haben.

    Es sollte auch darauf geachtet werden, dass es bei den Fragen Urheber oder Rechteinhaber heißen muss! Was der Künstler sagt, ist unerheblich, wenn er nicht die alleinigen Rechte an seinen Werken hat!

    Wie soll denn jemand Fragen, die bereits falsch gestellt sind, richtig beantworten?



    Zu Inhalt von Frage 1) sei nochmals angemerkt, dass die GEMA keine Verträge mit den Labels, sondern den Urhebern hat. Die Labels haben die Verträge mit der GVL.

    Frage 1) muss richtig lauten:
    Von dem ausländischen Unternehmen Podsafe Music Network (PMN) wurden in letzter Zeit Werke bekannter Künstler zur freien Nutzung angeboten. Dürfen diese Werke, unabhängig von der bisherigen GEMA-Mitgliedschaft des Urhebers, ohne „Podcast-Lizenz“ gespielt werden? Muss eine Genehmigung des für den deutschen Markt verantwortlichen Labels eingeholt werden, wenn keine GEMA-Lizenz erforderlich ist?

    Prinzipiell lässt sich dazu Folgendes sagen: Um zu prüfen, ob ein Lied GEMA-pflichtig ist, hilft ein Blick in die Suchmaschine der GEMA zur Repertoiresuche (https://mgonline.gema.de/werke/). Das Problem ist, dass die Künstler nicht sagen können, "alle meine Lieder sind bei der GEMA - nur eines nicht, das stelle ich ins PMN". Wenn die GEMA den Künstler vertritt, dann alle seine Werke. Es sei denn, er hat den
    gesamten On-Demand-Bereich ausgeschlossen, und das haben nur die wenigsten (nur Podcasting geht nicht). Zumal viele Künstler aus dem Ausland nicht direkt bei der GEMA gemeldet sind, sondern die Rechte durch gegenseitige Verträge der Verwertungsgesellschaften oder mit Sub-Verlagen zustande gekommen sind.

    Spiele ich im Podcast also Musik aus dem PMN, die GEMA-pflichtig ist, ohne entsprechende Lizenz, schreibt die GEMA ganz klar in ihren FAQ: "Die Nutzung von GEMA-Repertoire in einem Podcast ohne GEMA-Lizenz ist rechtswidrig. Der Betreiber des Podcasts verletzt fremde Rechtspositionen, die der Komponisten, Textdichter und Verleger, die von der GEMA wahrgenommen werden. Deshalb macht sich der Betreiber des Podcasts schadensersatzpflichtig. Außerdem erfüllt dies den Straftatbestand des § 106 UrhG. Das Strafmaß beträgt bis zu drei Jahre Haft."


    Frage 1b) kann komplett entfallen,
    da die GEMA die Rechte am Werk des Urhebers vertritt. Ob ein Song im Studio oder Live gespielt wird ist demnach völlig unerheblich. Die GEMA vertritt die Rechte des Urhebers in allen Eventualitäten! Der Künstler ist auch nicht immer der Urheber! Alle Musiker werden diesbezüglich in 95 % der Fälle von einem Verlag vertreten, der deren Rechte gegenüber der GEMA wahrnimmt.

    Frage 2) kann auch entfallen.
    Selbstverständlich ist die „Creative-Commons-Lizenz“ ab dem Tag unwirksam, an dem der Urheber nicht mehr der alleinige Rechteinhaber ist. Der Urheber muss, wenn er verantwortlich handelt, die Lizenz widerrufen. Tut er dies nicht, bleibt es für den Nutzer trotzdem nicht ohne Konsequenzen. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!!! So ist es halt!

    Frage 3) muss richtig lauten:
    Wie verhält es sich mit dem Zitatrecht in Bezug auf Musik? Bis zu welcher Länge des Auszugs kann von dem Erwerb einer Genehmigung und einer Lizenz abgesehen werden?
    Hier hilft die Quelle, auf die Ihr verweist: RA Arne Trautmann erläutert "insbesondere die bekannte acht Takte Regel – die es nicht gibt – und die 30 Sekunden Regel – die es auch nicht gibt". Vermutlich zielt die Frage in diese Richtung ...

    Frage 4) kann komplett entfallen,
    da nach dem Erwerb der GEMA-Lizenz selbstverständlich auch die Genehmigung des verantwortlichen Labels erforderlich ist. Der Grund wurde in der Einleitung dieses Beitrags genannt. Die GEMA-Lizenzen sind trotzdem nützlich, weil sie einen ersten Schritt darstellen und einer muss diesen machen. Nun kann der zweite folgen, nämlich ein Modell der Labels (GVL ist wie gesagt raus, weil sie die Rechte
    bislang nicht übertragen bekommen hat).



    Frage 5 und 6 können auch entfallen,

    Hier ein Beispiel:
    Manfred kauft für 100 Euro ein Autoradio von seinem Bekannten Stefan.Nach einigen Tagen steht die Polizei vor seiner der Tür und konfisziert das Autoradio, weil Stefan es geklaut hatte. Natürlich kann Manfred jetzt seine Forderung gegen Stefan vor einem Gericht geltend machen. Den Ärger hat Manfred in jedem Fall, und das Autoradio ist auch Pfutsch!

    So oder anders endet es auch mit dem PMN.

    Noch einmal zur Erinnerung ...
    Der podcastclub e.V. hat das Lizenzmodell gemeinsam mit der GEMA erarbeitet. Selbstverständlich gibt es bald die passenden FAQ für unsere Mitglieder. Die Antworten werden auch verwertbar sein, da sie gemeinsam mit den Verantwortlichen der GEMA erarbeitet wurden und somit verbindlich sind. Dasselbe gilt für die Genehmigung der Labels.

    Wir befinden uns zurzeit in Gesprächen mit den Major Labels. Bereits morgen treffen wir uns mit einem, um ein Beratungsgespräch durchzuführen.

    Macht lieber Vorschläge, welche Konditionen/Bedingungen für Euch akzeptabel wären. Hierfür hat der podcastclub e.V. einen Arbeitskreis „Podcast und Musik“ einberufen, der erstmals am 8.9. ab 18 Uhr per ICQ tagt. Wer Interesse hat, kann sich einfach an [email protected] wenden, um weitere Details zu erfahren.


    Gruß
    Georg Schneider
  • @Georg:
    >Zu Inhalt von Frage 1) sei nochmals angemerkt, dass die GEMA keine Verträge
    >mit den Labels, sondern den Urhebern hat. Die Labels haben die Verträge mit
    >der GVL.

    Wieso kann die GEMA dann überhaupt im Podcast-Lizenzmodell festlegen, daß man keine Sendung über einen einzigen Künstler produzieren darf und im Titel des Podcastes diesen Interpreten nicht nennen darf?

    Die GEMA hat mit den Interpreten/Künstlern ja kein Vertrag (außer die sind auch die Urheber), dürfte dann also auch keine Vorschriften bzgl der von ihr nicht vertretenen Künstler/Interpreten machen. Das wäre dann die Aufgabe der GVL.

    Generell darf ich ohne Erlaubnis der GVL mit der GEMA-Lizenz genau genommen ja nur die jeweilige Musik selbst interpretieren (also selbst Singen ist angesagt, oder mit der eigenen Band spielen). Denn mit der GEMA-Lizenz habe ich ja nur das Recht, Text und Komposition aufzuführen, nicht aber das Recht, eine ganz spezielle Interpretation/Aufnahme zu spielen (also z.B. einen ganz kontreten Titel einer CD eines bekannten Sängers). Letzteres kann mir nur die GVL gestatten. Insofern dürfte mir auch nur die GVL vorscheiben dürfen, ob ich einen Podcast einem einzigen Künstler widmen darf, oder nicht.

    Oder habe ich da was falsch verstanden?


    Eine andere Frage: wie verhält es sich mit dem Punkt, daß "nicht mehr Musik als zu 75% der Gesamtlänge der einzelnen Episode" gespielt werden darf, wenn man Podsafe und GEMA-Musik in einem Podcast spielen will. Darf ich 25% GEMA-Musik und 75% Podsafe-Musik spielen?
  • Selbstverständlich ist die „Creative-Commons-Lizenz“ ab dem Tag unwirksam, an dem der Urheber nicht mehr der alleinige Rechteinhaber ist. Der Urheber muss, wenn er verantwortlich handelt, die Lizenz widerrufen. Tut er dies nicht, bleibt es für den Nutzer trotzdem nicht ohne Konsequenzen. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!!! So ist es halt!


    Sorry aber ohne Erklärung der Hintergründe ist das eigentlich nicht zu aktzeptieren. Was gibt ihm denn das Recht, alle ausgeteilten Lizenzen einfach so widerrufen zu können? Die Frage sollte nach meinem Verständnis doch eher sein: Kann ein Werk, das einmal unter CC veröffentlicht wurde, jemals bei der GEMA angemeldet werden?

    Tut er dies nicht, bleibt es für den Nutzer trotzdem nicht ohne Konsequenzen. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!!! So ist es halt!.


    Das hatten wir aber in einem anderen Thread schonmal, und ist so nicht korrekt. Erstens betrifft es nur den strafrechtlichen Aspekt, zweitens nicht die Unwissenheit über Tatbestandsmerkmale.
  • Marimba said:

    Wieso kann die GEMA dann überhaupt im Podcast-Lizenzmodell festlegen, daß man keine Sendung über einen einzigen Künstler produzieren darf und im Titel des Podcastes diesen Interpreten nicht nennen darf?


    Schlicht, weil die die GEMA als Vertreter der Urheber festlegen kann, zu welchen Konditionen die Werke genutzt werden dürfen.

    Marimba said:

    Generell darf ich ohne Erlaubnis der GVL mit der GEMA-Lizenz genau genommen ja nur die jeweilige Musik selbst interpretieren (also selbst Singen ist angesagt, oder mit der eigenen Band spielen).


    Das stimmt. Das hat aber jetzt nix mit der Problematik zu tun.

    Marimba said:

    Eine andere Frage: wie verhält es sich mit dem Punkt, daß "nicht mehr Musik als zu 75% der Gesamtlänge der einzelnen Episode" gespielt werden darf, wenn man Podsafe und GEMA-Musik in einem Podcast spielen will. Darf ich 25% GEMA-Musik und 75% Podsafe-Musik spielen?


    Die Vorschriften der GEMA gelten nur für das GEMA-Repertoire. Also nur 75% aus dem GEMA-Repertoire.


    Michael said:

    Selbstverständlich ist die „Creative-Commons-Lizenz“ ab dem Tag unwirksam, an dem der Urheber nicht mehr der alleinige Rechteinhaber ist. Der Urheber muss, wenn er verantwortlich handelt, die Lizenz widerrufen. Tut er dies nicht, bleibt es für den Nutzer trotzdem nicht ohne Konsequenzen. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!!! So ist es halt!


    Sorry aber ohne Erklärung der Hintergründe ist das eigentlich nicht zu aktzeptieren. Was gibt ihm denn das Recht, alle ausgeteilten Lizenzen einfach so widerrufen zu können? Die Frage sollte nach meinem Verständnis doch eher sein: Kann ein Werk, das einmal unter CC veröffentlicht wurde, jemals bei der GEMA angemeldet werden?

    Selbstverständlich steht es dem sich betrogenen fühlenden Nutzer frei, etwas gegen den Künstler bzw. Urheber zu unternehmen, der leichtfertig Lizenzen verteilt hat, die im Nachhinein betrachtet nicht hätten vergeben werden dürfen.

    Das hatten wir aber in einem anderen Thread schonmal, und ist so nicht korrekt. Erstens betrifft es nur den strafrechtlichen Aspekt, zweitens nicht die Unwissenheit über Tatbestandsmerkmale.


    Ich verstehe die Aussage des Satzes nicht.

    Gruß
    Georg
  • Für Zwischendurch... zum anhören.

    http://netzpolitik.org/2006/netzpolitik-podcast-mit-stephan-benn-vom-vut/

    Unter diesem Thread gibt es ein ca. 20 Minuten langes Interview mit Stephan Benn, dem Justiziar des Verbandes unabhängiger Tonträgerunternehmen, Musikverlage und Musikproduzenten e.V. (VUT). Er spricht über Podcasting, die CCO und das GEMA-Lizenz Modell.

    Gruß
    Georg
  • Mahlzeit zusammen,

    [quote=podcastclub-e.V.]Die Abkommen mit dem Podsafe Music Network spielen für die Anwendbarkeit des deutschen Rechtes keine Rolle! Für den, der hier in Deutschland etwas veröffentlichen will, gilt die deutsche Rechtsprechung.
    Sprich, Benachteiligung gegenüber anderen Podcastern.

    [quote=podcastclub-e.V.]Zurzeit ist die GEMA mit der Überprüfung des Podsafe Music Networks befasst.
    Hmm, und? Nach Deiner Aussage oben können sie doch nichts dagegen machen, weil das PMN nicht unter deutsches Recht fällt. Einzig eine Aussage wie "ist illegal" wäre möglich.

    [quote=podcastclub-e.V.]Um zu prüfen, ob ein Lied GEMA-pflichtig ist, hilft ein Blick in die Suchmaschine der GEMA zur Repertoiresuche
    Was aber nicht immer hilfreich ist. Und dann kommt noch diese ominöse "Gema Vermutung" dazu.

    [quote=podcastclub-e.V.]Das Problem ist, dass die Künstler nicht sagen können, "alle meine Lieder sind bei der GEMA - nur eines nicht, das stelle ich ins PMN". Wenn die GEMA den Künstler vertritt, dann alle seine Werke. Es sei denn, er hat den
    gesamten On-Demand-Bereich ausgeschlossen, und das haben nur die wenigsten (nur Podcasting geht nicht).
    Also liegt es an den Künstlern, hier eine Änderung herbeizuführen. Aber die, denen wir Podcaster durch unsere kostenlose Werbung helfen können, haben nicht den nötigen Einfluß bei der Gema. Und die "großen" deutschen Stars haben woh kein Interesse daran.

    [quote=podcastclub-e.V.]Spiele ich im Podcast also Musik aus dem PMN, die GEMA-pflichtig ist, ohne entsprechende Lizenz, schreibt die GEMA ganz klar in ihren FAQ: "Die Nutzung von GEMA-Repertoire in einem Podcast ohne GEMA-Lizenz ist rechtswidrig.
    Na logisch! Ist doch reine Besitzstandswahrung! Es schlachtet keiner die Kuh, die er melkt.
    Das Drohen mit rechtlichen Konsequenzen wird gerne dann gemacht, wenn man seine "Interessen" jemandem mit gesunden Menschenverstand nicht verständlich darlegen kann.

    [quote=podcastclub-e.V.]Der podcastclub e.V. hat das Lizenzmodell gemeinsam mit der GEMA erarbeitet.
    Hmm, saß da ein Musik Podcaster mit am Tisch? Scheint mir nicht so zu sein, denn sonst wäre sowas nicht dabei rausgekommen.

    [quote=podcastclub-e.V.]Macht lieber Vorschläge, welche Konditionen/Bedingungen für Euch akzeptabel wären.
    Das will ich gerne:
    keine Beschränkung bei der Länge des Podcasts,
    kein Reinquatschen in die Musik,
    kein Vergewaltigen der Musik durch nur 50% ausspielen,
    keine Beschränkung über den Inhalt des Podcast (d. h. ein Special zu einem Künstler mit Nennung seines Names im Titel muß erlaubt sein).

    Um es ganz klar zu machen: es geht mir nicht um Musik, die dauernd im Radio runtergenudelt wird.
    Ich spreche von der riesigen Schar unbekannter Künstler,
    die seit Jahren durch die Nation reisen, um das machen zu können, was sie lieben,
    die in kleinen Klubs vor einer Handvoll Leute spielen,
    die Musik machen, die nicht die breite Masse anspricht,
    die sich keine riesen Autos oder Häuser auf Mallorca leisten können,
    die nicht von den Medien hochgejubelt werden,
    die Musik mit Hand und Herz machen.

    Diese Leute verdienen Respekt, Unterstützung und die Möglichkeit, sich in Podcasts präsentieren zu können. Und daß solcher Bedarf besteht, erfahre ich regelmäßig.

    Je länger ich mich mit dem Thema Gema befasse, desto mehr drängt sich mir der Vergleich mit zwei Kindern im Sandkasten auf: "Mamaaaa, der hat mir mein Förmchen geklaut!"
    Fragt sich nur, wer die Mama macht, die in solch einem Fall sagt: "Kinder, jetzt hört auf euch zu streiten. Es sind genug Förmchen und genug Sand da."

    Gruß
    Martin
  • Hallo Martin,

    [quote=podcastclub-e.V.]Macht lieber Vorschläge, welche Konditionen/Bedingungen für Euch akzeptabel wären.


    Das will ich gerne:
    keine Beschränkung bei der Länge des Podcasts,
    kein Reinquatschen in die Musik,
    kein Vergewaltigen der Musik durch nur 50% ausspielen,
    keine Beschränkung über den Inhalt des Podcast (d. h. ein Special zu einem Künstler mit Nennung seines Names im Titel muß erlaubt sein).
    Das kannst Du aber alles jetzt schon haben, wenn Du einen entsprechenden Lizenzvertrag mit der GEMA abschließt. Damit würdest Du zumindest zeigen, dass Du den Dir wichtigen Respekt vor der Arbeit des Künstlers wirklich hast.

    Gruß
    Georg Schneider
  • Selbstverständlich steht es dem sich betrogenen fühlenden Nutzer frei, etwas gegen den Künstler bzw. Urheber zu unternehmen, der leichtfertig Lizenzen verteilt hat, die im Nachhinein betrachtet nicht hätten vergeben werden dürfen.


    Es ging bei der Frage um Creative Commons, und was passiert wenn ein Stück nachträglich bei der GEMA angemeldet wird.

    Der Künstler hat mir eine CC Lizenz erteilt - ein Jahr später meldet er das Werk bei der GEMA an. Wieso wird meine Lizenz ungültig, oder wieso kann sie zurückgezogen werden? Wieso sollte die nachträgliche Übertragung der Rechte an die GEMA meine Lizenz überschreiben?
  • Das hatten wir aber in einem anderen Thread schonmal, und ist so nicht korrekt. Erstens betrifft es nur den strafrechtlichen Aspekt, zweitens nicht die Unwissenheit über Tatbestandsmerkmale.


    Ich verstehe die Aussage des Satzes nicht.

    "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht" ist so nicht korrekt. Hat aber an sich nichts weiter mit dem Thema zu tun, deshalb sollten wir das hier wohl auch nicht weiterführen.
  • Es ging bei der Frage um Creative Commons, und was passiert wenn ein Stück nachträglich bei der GEMA angemeldet wird.

    Der Künstler hat mir eine CC Lizenz erteilt - ein Jahr später meldet er das Werk bei der GEMA an. Wieso wird meine Lizenz ungültig, oder wieso kann sie zurückgezogen werden? Wieso sollte die nachträgliche Übertragung der Rechte an die GEMA meine Lizenz überschreiben?


    Die GEMA hat dann einen Rechtsanspruch und wird ihn im Zweifelsfall durchsetzten. Die Gültigkeit von Lizenzen muss juristisch geprüft und nicht diskutiert werden. Wer will jetzt schon wissen, was ein Gericht einmal entscheiden wird.

    Fakt ist, dass der Künstler bzw. Urheber falsch handelt, wenn er eine Lizenz gedankenlos erteilt und später die GEMA mit der Wahrnehmung der Rechte betraut. Das Problem liegt einfach im gedankenlosen Umgang mit Lizenzen. Heutzutage vergeben Leute Lizenzen oder erwerben diese ohne zu wissen, was das für Folgen haben kann. Den Preis will aber keiner zahlen....


    Gruß
    Georg
  • Die GEMA hat dann einen Rechtsanspruch und wird ihn im Zweifelsfall durchsetzten. Die Gültigkeit von Lizenzen muss juristisch geprüft und nicht diskutiert werden. Wer will jetzt schon wissen, was ein Gericht einmal entscheiden wird.


    Ob die GEMA einen Rechtsanspruch hat ist eben genau die Frage. Und da juristisch prüfen (im Sinne einer gerichtlichen Einscheidung) wohl erstmal nicht möglich ist, bleibt nicht viel anderes als darüber zu diskutieren. Gar keine Musik mehr zu spielen, weil irgendwann ja vieleicht eventuell unter Umständen mal die GEMA kommen könnte, ist ja keine Option.

    Wer will jetzt schon wissen, was ein Gericht einmal entscheiden wird.


    Also mich würde das sehr interessieren ;)
  • Ob die GEMA einen Rechtsanspruch hat ist eben genau die Frage. Und da juristisch prüfen (im Sinne einer gerichtlichen Einscheidung) wohl erstmal nicht möglich ist, bleibt nicht viel anderes als darüber zu diskutieren. Gar keine Musik mehr zu spielen, weil irgendwann ja vieleicht eventuell unter Umständen mal die GEMA kommen könnte, ist ja keine Option.


    Natürlich hat die GEMA einen Rechtsanspruch! Die Frage ist gegenüber "WEM". Zuerst natürlich gegenüber dem Künstler. Sie wird sich aber trotzdem auf den Verwerter stürzen, weil die GEMA wahrscheinlich nichts von der Existenz der CCL weiss.

    Gruß
    Georg
  • DasLindi said:

    Mahlzeit zusammen,


    Das gefällt mir, hab gerade gegessen....

    [quote=podcastclub-e.V.]Die Abkommen mit dem Podsafe Music Network spielen für die Anwendbarkeit des deutschen Rechtes keine Rolle! Für den, der hier in Deutschland etwas veröffentlichen will, gilt die deutsche Rechtsprechung.
    Sprich, Benachteiligung gegenüber anderen Podcastern.

    [quote=podcastclub-e.V.]Zurzeit ist die GEMA mit der Überprüfung des Podsafe Music Networks befasst.
    Hmm, und? Nach Deiner Aussage oben können sie doch nichts dagegen machen, weil das PMN nicht unter deutsches Recht fällt. Einzig eine Aussage wie "ist illegal" wäre möglich.

    Mich beschäfftigt im Moment mehr die Frage, warum die allmächtige, allgegenwärtige und sehr klagefreudige ASCAP/BMI (ungefähres Gegenstück der GEMA in den USA) nichts, aber auch rein gar nichts (nicht mal eine Silbe) zu den "Machenschaften" des PMN sagt. Das geht mir nicht in den Kopf rein. Die stehen doch sonst immer als erstes da, wenn es irgend jemanden wg. Copyrightverletzungen zu verklagen gilt. Das amerikanische Recht unterscheidet sich in Copyrightfragen wenig von deutschen Recht. Meinem Bauchgefühl nach müssten angesichts der vielen Titel im PMN (heute drei Titel von TUPAC mit Snoop Doggy Dog) die Rechtsanwälte der ASCAP die Hände reiben. Die Titel stehen größtenteils in der ASCAP Datenbank.

    So langsam versteh ich gar nichts mehr.

    Grüße
    Jürgen
  • Tach auch,

    also ich kann teilweise nicht fassen, was ich hier lesen muss...

    [quote=podcastclub-e.V.]Um zu prüfen, ob ein Lied GEMA-pflichtig ist, hilft ein Blick in die Suchmaschine der GEMA zur Repertoiresuche
    Das ist doch jetzt wieder eine vorgestanzte Standard-Aussage. Ich hatte vor längerer Zeit ein Gespräch mit einem GEMA-Mitarbeiter, der mir bestätigte, dass die GEMA-Datenbank sehr große Lücken aufweist. Also ist man durch einen "Blick in die Suchmaschine der GEMA zur Repertoiresuche" auch nicht auf der sicheren Seite.

    Die obenstehende Aussage ist völliger Unsinn... denn die DIE GEMA-DATENBANK IST UNVOLLSTÄNDIG, das wurde mir bestätigt !!!


    [quote=podcastclub-e.V.]Spiele ich im Podcast also Musik aus dem PMN, die GEMA-pflichtig ist, ohne entsprechende Lizenz, schreibt die GEMA ganz klar in ihren FAQ: "Die Nutzung von GEMA-Repertoire in einem Podcast ohne GEMA-Lizenz ist rechtswidrig.
    DasLindi said:

    Na logisch! Ist doch reine Besitzstandswahrung! Es schlachtet keiner die Kuh, die er melkt.
    Das Drohen mit rechtlichen Konsequenzen wird gerne dann gemacht, wenn man seine "Interessen" jemandem mit gesunden Menschenverstand nicht verständlich darlegen kann.



    Dito.

    [quote=podcastclub-e.V.]Der podcastclub e.V. hat das Lizenzmodell gemeinsam mit der GEMA erarbeitet.
    DasLindi said:

    Hmm, saß da ein Musik Podcaster mit am Tisch? Scheint mir nicht so zu sein, denn sonst wäre sowas nicht dabei rausgekommen.



    Genauso sieht's aus !!! Die wirklich wichtigen Anliegen der Musikpodcaster wurden meiner Meinung nach überhaupt nicht angesprochen. Thema verfehlt...
    Hauptsache erstmal 20 Presseberichte über die Gespräche zwischen Podcastclub und GEMA - ich könnt' kotzen.

    Hier ein Tipp von mir an alle "nichtorganisierten" Musikpodcaster:
    Ruft selbst bei dem zuständigen Mitarbeiter bei der GEMA an - er ist sehr nett und zugänglich und hat sich teilweise von meinen Ideen überzeugen lassen... auch ohne Podcastclub usw.

    Nehmt es selbst in die Hand...

    Gruss
  • Hallo zusammen,

    schön, dass wieder etwas Bewegung in die Diskussion gekommen ist.

    [quote=podcastclub-e.V.]Eigeninitiative ist wirklich gut und die Idee, einen Rechtsanwalt für Musikrecht zu Rate zu ziehen, scheint auf den ersten Blick sinnvoll. Sicherlich geschieht das in der Erwartung, ein anwendbares und verwertbares Ergebnis zu erhalten.
    Das glaube ich weniger. Es geht mir vielmehr darum, tiefere Einblicke in die Hintergründe zu erhalten, um Risiken besser abschätzen zu können. Die derzeitige Rechtslage ist sehr unübersichtlich, ein Anwalt für Musikrecht kann da etwas Licht ins Dunkel bringen.

    [quote=podcastclub-e.V.]Kommentar zu Frage 1:
    Die Abkommen mit dem Podsafe Music Network spielen für die Anwendbarkeit des deutschen Rechtes keine Rolle! Für den, der hier in Deutschland etwas veröffentlichen will, gilt die deutsche Rechtsprechung. Das PMN ist eine Firma und keine Institution, wie die GEMA oder die GVL. Zurzeit ist die GEMA mit der Überprüfung des
    Podsafe Music Networks befasst. Die Konsequenzen, die daraus erwachsen, kann kein Rechtsanwalt voraussagen!
    Die Frage war ja auch, ob z.B. der neue Song von James Brown und andere NEUE Songs wirklich der GEMA unterliegen. Dass Oldies von Deep Purple und Co. bei der GEMA gelistet sind, steht außer Frage. Falls du dich da also gut auskennst, dann würde ich mich freuen, wenn du kurz erläutern könntest, welche Institutionen zwischen den amerikanischen Urhebern und der GEMA stehen und wie die vertraglichen Zusammenhänge sind. Dass ein DEUTSCHER Komponist der GEMA ein Ausschließlichkeitsrecht einräumt ist, denke ich, kein Geheimnis mehr.

    [quote=podcastclub-e.V.]Weiterhin sei angemerkt, dass nach dem Erwerb einer GEMA-Lizenz selbstverständlich noch die Genehmigung des verantwortlichen Labels eingeholt werden muss, da die deutschen Tonträgerhersteller die GVL noch nicht mit der Wahrnehmung der Rechte für das Medium Podcast beauftragt haben.
    Das ist bekannt.

    [quote=podcastclub-e.V.]Wie soll denn jemand Fragen, die bereits falsch gestellt sind, richtig beantworten?
    Obige Fragen sind erst mal nur eine unbearbeitete Ansammlung von Unklarheiten. Natürlich würden die gemeinsam mit dem Rechtsanwalt neu formuliert werden, falls wir die Aktion durchziehen sollten.

    [quote=podcastclub-e.V.]Zu Inhalt von Frage 1) sei nochmals angemerkt, dass die GEMA keine Verträge mit den Labels, sondern den Urhebern hat. Die Labels haben die Verträge mit der GVL.
    Die GEMA hat sicherlich keinen direkten Vertrag mit dem Komponisten von James Brown. Sonst wäre die Sache natürlich wesentlich überschaubarer.

    [quote=podcastclub-e.V.]Prinzipiell lässt sich dazu Folgendes sagen: Um zu prüfen, ob ein Lied GEMA-pflichtig ist, hilft ein Blick in die Suchmaschine der GEMA zur Repertoiresuche (https://mgonline.gema.de/werke/).
    Das würde nur funktionieren, wenn wirklich alle GEMA-pflichtigen Songs dort gelistet wären. ABer darauf würde ich mich nicht verlassen.

    [quote=podcastclub-e.V.]Frage 2) kann auch entfallen.
    Selbstverständlich ist die „Creative-Commons-Lizenz“ ab dem Tag unwirksam, an dem der Urheber nicht mehr der alleinige Rechteinhaber ist. Der Urheber muss, wenn er verantwortlich handelt, die Lizenz widerrufen. Tut er dies nicht, bleibt es für den Nutzer trotzdem nicht ohne Konsequenzen. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!!! So ist es halt!
    Die Frage ist doch, ob ein KOmponist, der bereits GEMA-freie Lizenzen vergeben hat, der GEMA noch beitreten KANN. Wie ich das sehe, schließt die GEMA Künstler aus, die vorher bereits Lizenzen vergeben haben. Und das halte ich für ein Unding, da schafft die GEMA eine Zweiklassengesellschaft. Wer einmal eine zeitlich unbefristete Lizenz vergibt, für den kommt die GEMA nie mehr in Frage oder er begeht Rechtsbruch gegenüber seinen Lizenznehmern. Dieses Ausschließlichkeitsmodell der GEMA ist meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß. Solange da nicht reformiert wird, darf man sich auf eine CC-Lizenz niemals verlassen. Die GEMA muss endlich von ihrem Ausschließlichkeitssockel runter, sonst steht sie Nachwuchskünstlern im Weg.


    [quote=podcastclub-e.V.]Frage 3) muss richtig lauten:
    Wie verhält es sich mit dem Zitatrecht in Bezug auf Musik? Bis zu welcher Länge des Auszugs kann von dem Erwerb einer Genehmigung und einer Lizenz abgesehen werden?
    Hier hilft die Quelle, auf die Ihr verweist: RA Arne Trautmann erläutert "insbesondere die bekannte acht Takte Regel – die es nicht gibt – und die 30 Sekunden Regel – die es auch nicht gibt". Vermutlich zielt die Frage in diese Richtung ...
    Arne Trautmann beantwortet die Frage leider nicht ausreichend. Es geht hier um das sog. "Kleinzitat", das im Urheberrechtsgesetz in erster Linie auf Texte bezogen ist. Ein Zitatrecht für Musik gibt es auch, aber das bezieht sich auf das Verwenden von Melodien in einer Komposition. Die Antwort auf die Frage nach dem Zitatrecht im Rahmen z.B. einer CD-Besprechung habe ich bislang noch nirgendwo gefunden und sie würde mich brennend interessieren.

    [quote=podcastclub-e.V.]Noch einmal zur Erinnerung ...
    Der podcastclub e.V. hat das Lizenzmodell gemeinsam mit der GEMA erarbeitet. Selbstverständlich gibt es bald die passenden FAQ für unsere Mitglieder. Die Antworten werden auch verwertbar sein, da sie gemeinsam mit den Verantwortlichen der GEMA erarbeitet wurden und somit verbindlich sind. Dasselbe gilt für die Genehmigung der Labels.
    Ich danke dem Podcastclub für seine diesbezügliche Arbeit. Allerdings wird das keine Frage bezüglich sogenannter "Podsafe Music", Creative Commons etc. beantworten, da die GEMA natürlich auch kein Interesse an der Verbreitung GEMA-freier Musik hat.

    [quote=podcastclub-e.V.]Macht lieber Vorschläge, welche Konditionen/Bedingungen für Euch akzeptabel wären. Hierfür hat der podcastclub e.V. einen Arbeitskreis „Podcast und Musik“ einberufen, der erstmals am 8.9. ab 18 Uhr per ICQ tagt. Wer Interesse hat, kann sich einfach an [email protected] wenden, um weitere Details zu erfahren.
    Werde ich demnächst tun. Danke für den Hinweis.

    @Alle: Wenn wir die Beträge der potenziellen Spender zusammenrechnen, haben wir gerade mal die Kosten für eine Erstberatung zusammen, die auf keinen Fall ausreichen wird, um tiefergehende Antworten auf unsere Fragen zu erhalten. Das Interesse scheint auch nicht so groß zu sein wie erwartet, denn es hat sich nur eine handvoll Interessenten eingefunden. Ich denke, ich werde sobald es meine Zeit erlaubt, Kontakt mit den Interessenten aufnehmen, damit wir gemeinsam entscheiden, wie wir weiter vorgehen.
  • Hallo,

    @Sascha Boss
    Leider hast Du nur die Presseberichte gelesen und nichts getan. Die Anliegen der Musik-Podcaster wurden sehr wohl angesprochen. Sie hatten nur keine Stimme, da wie in Deinem Fall, die Stimme viel zu Spät erhoben wird.

    Wenn die Datenbank nicht stimmt, wird das nicht zu Lasten des Lizenznehmers gehen. Ruf einfach nochmal bei der GEMA an! Vergiss aber das Zuhören nicht.

    Gruß
    Georg Schneider
  • [quote=podcastclub-e.V.]@Sascha Boss
    Leider hast Du nur die Presseberichte gelesen und nichts getan.
    Genau... weil ich (und andere Musikpodcaster) gewisse Erwartungen an den Podcastclub hatten.

    [quote=podcastclub-e.V.]Die Anliegen der Musik-Podcaster wurden sehr wohl angesprochen. Sie hatten nur keine Stimme, da wie in Deinem Fall, die Stimme viel zu Spät erhoben wird.
    Ah ja... wieviel Musikpodcaster sind bei Dir Mitglied??? 1, 2 oder vielleicht doch 13?
    Und da hat sich keiner gefunden, der die Stimme der reinen Musikpodcaster vertritt? Seltsame Vereinskommunikation !!!
    Vielleicht hättest Du die mal fragen sollen, anstatt Dich selbst in den Vordergrund zu drängen.

    Naja egal... meine Meinung kennst Du !!!

    ;)

    Gruss
  • DasLindi said:

    [quote=podcastclub-e.V.]Macht lieber Vorschläge, welche Konditionen/Bedingungen für Euch akzeptabel wären.


    Das will ich gerne:
    keine Beschränkung bei der Länge des Podcasts,
    kein Reinquatschen in die Musik,
    kein Vergewaltigen der Musik durch nur 50% ausspielen,
    keine Beschränkung über den Inhalt des Podcast (d. h. ein Special zu einem Künstler mit Nennung seines Names im Titel muß erlaubt sein).
    Das halte ich für unrealistisch, denn wenn du einen Song komplett und ohne reinzuquatschen ausspielst, dann ist das fast das gleiche, als wenn du ihn einfach so ins Netz stellst. Darauf wird die GEMA sich niemals einlassen, vergiss es!

    Ich habe eine ganz andere Forderung: Die GEMA muss von ihren Knebelverträgen mit den Künstlern Abstand nehmen. Das heißt, es muss erlaubt sein, bestimmte Songs aus der GEMA-Pflicht auszuklammern, z.B. zu Promotionzwecken sollte ein Komponist einen Song unter einer CC-Lizenz oder anders veröffentlichen dürfen. Das wäre ein Riesenschritt in die Zukunft und käme sowohl den Künstlern als auch Podcastern zugute. Leider hängt die GEMA zu sehr an ihrer Monopolstellung.

    Für das GEMA-Repertoire wünsche ich mir:

    - Komplettes Ausspielen, hineinmoderieren nur ca. 10 Sekunden am Anfang und am Ende (welchen Sinn hätte es dann noch, einen Song rauszuschneiden und illegal zu kopieren?)

    - Keine Vorschriften von seiten der GEMA über die Länge der Episoden (ich sehe darin auch keinen Sinn)

    - Keine Vorschrift der GEMA über die Verweildauer einer Episode im Netz, höchstens ein Limit für die Downloadzahlen (wobei man das natürlich schwer kontrollieren kann), aber es kann nicht angehen, dass ein Podcaster mit 100 Downloads genau so viel zahlt wie einer mit 20.000.

    - Eine Ausschüttung der Einnahmen an die gespielten Komponisten und nicht nach irgendwelchen Schlüsseln, von denen unbekannte Künstler, die ich unterstützen möchte, nichts haben, sondern nur die Herren Bruhn, Siegel, Bohlen und Co. profitieren. Eine entsprechende Datenbank, in die jeder Podcaster seine gespielten Künstler eintragen kann, ist technisch machbar und für die Zukunft unerlässlich. Ansonsten wird die GEMA ihrem Auftrag, die Rechte der Künstler zu sichern, nicht gerecht.
  • Mahlzeit zusammen,
    DasLindi said:

    keine Beschränkung bei der Länge des Podcasts,
    kein Reinquatschen in die Musik,
    kein Vergewaltigen der Musik durch nur 50% ausspielen,
    keine Beschränkung über den Inhalt des Podcast (d. h. ein Special zu einem Künstler mit Nennung seines Names im Titel muß erlaubt sein).
    [quote=podcastclub-e.V.]Das kannst Du aber alles jetzt schon haben, wenn Du einen entsprechenden Lizenzvertrag mit der GEMA abschließt. Damit würdest Du zumindest zeigen, dass Du den Dir wichtigen Respekt vor der Arbeit des Künstlers wirklich hast.



    Ja, stimmt, da hast Du natürlich vollkommen recht.
    Mit meinen Wünschen falle ich dann nicht mehr unter das Podcaster Lizenzmodell, sondern den Tarif VR-OD2. Da zahle ich für Länge der Episode und jeden Download.

    Ok, dann mal rechnen:
    die ersten 5 Minuten kosten 0,225 Euro
    für jede weitere Minuten 20% davon, macht 0,05 Euro
    Also kostet eine Episode von 50 Minuten 0,225 + 45*0,05 = 2,25 Euro
    Macht bei 100 Downloads 225 Euro, bei 500 Downloads 1125 Euro und bei 1000 Downloads 2250 Euro.

    Mensch Georg, das ist doch wohl völlig unrealistisch! Kannst Du diese Preise zahlen? Aber, wenn man (wer auch immer) Musik Podcasting komplett verhindern will, paßt es schon.

    Das halte ich für unrealistisch, denn wenn du einen Song komplett und ohne reinzuquatschen ausspielst, dann ist das fast das gleiche, als wenn du ihn einfach so ins Netz stellst. Darauf wird die GEMA sich niemals einlassen, vergiss es!


    Das sind meine Maximalforderungen, um eine Grundlage zur Diskussion zu haben. ;)

    Es gibt z. B. bei Download.com massenhaft Musik zum Runterladen, die hierzulande über der Gema lizensiert ist. Wenn ich solche Stücke nach Rücksprache mit dem Musikern ohne Drüberlabern spiele, kann mir die Gema doch nichts verwerfen. Die Musiker / Label verzichten doch bewußt auf einen Schutz der Werke, um Werbung für die CD zu machen.

    Ich habe eine ganz andere Forderung:


    Hmm, sehr gute Ideen. Hat sich mein letzter Post doch gelohnt :D Ich stimme Dir voll zu, zu diesen Bedingungen lasse ich gerne mit mir reden.

    Mich beschäfftigt im Moment mehr die Frage, warum die allmächtige, allgegenwärtige und sehr klagefreudige ASCAP/BMI (ungefähres Gegenstück der GEMA in den USA) nichts, aber auch rein gar nichts (nicht mal eine Silbe) zu den "Machenschaften" des PMN sagt.


    Sowie ich Adam Curry verstanden habe, ist das Lizenzmodell der ASCAP anders: der Künstler überträgt nicht die ausschließlichen Verwertungsrechte, sondern behält gewisse Rechte selbst. So hat z. B. Robin Stine fast ihre komplette CD im PMN hochgeladen. Da ich mir diese auch gekauft habe, weiß ich, daß sie ASCAP Mitglied ist, steht nämlich drauf.

    Also, es geht auch anders. Nur Mut, Gema. Wir stehen Dir bei. (Wir sind Deutschland! SCNR)

    Gruß
    Martin
  • Soweit ich weiß, sind ASCAP und BMI ja auch zwei konkurrierende Verwertungsgesellschaften. Ich wünsche mir in Deutschland eine Konkurrenz zur GEMA, dann würden sich viele Problem plötzlich in Luft auflösen, davon bin ich überzeugt :)
  • Hallo,

    wir sind mit und für unsere Mitglieder im Gespräch mit der GEMA und der Musikindustrie. Da die GEMA und die Major-Labels den Podcastclub als Verhandlungspartner wünschen, wäre es toll, wenn ihr eine Liste mit Vorschlägen sammeln könntet und diese an uns weiterleitet. So kann auch Eure Stimme gehört werden. Je mehr mitmachen, umso besser!

    Gerne können auch reine Musik.Podcaster mit uns Kontakt aufnehmen um gemeinsame Vorschläge zu erabeiten. Wäre doch toll, wenn man einfach mal was macht! Oder?

    Gruß
    Georg Schneider

    @Sascha Boss
    Gerne kannst Du auch was tun. Schreibe eine Mail [email protected] und ich rufe Dich an. Vielleicht finden wir in einem gemeinsamen Gepräch gemeinsame Schnittpunkte.
  • Jetzt meldet sich Adam Curry für Deutschland zu Wort! Ich hab den DSC #452 noch nicht angehört, aber werde es noch tun und schreibe dann was er gesagt hat!
  • Juergen vom Podcastcafe und meine Wenigkeit haben vor ein paar Tagen nach einem ausfuehrlichen Skype-Gespraech die Idee gehabt, unsere Bedenken, Vorschlaege und Gedanken zur Sache einfach mal zu formulieren und an Adam Curry zu schicken. Im heutigen "Daily Source Code" Nr. 452 hat er unser daraufhin produziertes Audiofile gespielt und ausgiebig kommentiert. Ich hab`s allerdings auch gerade erst fluechtig gehoert und werde spaeter und mit dem Juergen zusammen noch etwas dazu schreiben, sowohl hier im Forum als auch in meinem Blog. Fuer Interessierte: Ab Zeitindex ca. 24 Minuten geht es los.

    Links:

    Direkter Download-Link fuer DSC #452

    Adam`s Webseite

    Podcastcafe vom Juergen

    Norman`s Blog

    Gruss und bis spaeter
    Norman
  • Danke für den Hinweis und eure Aktion! Lustig, euch mal auf englisch zu hören ;)

    Ich fand's sehr interessant, denn wie es aussieht, ist ASCAP/BMI doch weit flexibler als die GEMA mit ihrem verstaubten Exklusivdenken.
  • Jürgen, Norman, Respekt und Danke für diese Aktion, mal den "Podfather" himself anzusprechen - ich kann sowohl euch als auch Adam Curry un fast allen Punkten zustimmen, besonders was die Unflexibilität und das Exklusivrecht von Organisationen wie der GEMA angeht. Hoffentlich bringt das Ganze noch mehr Steine ins Rollen, besonders bei unserer lieber GEMA/GVL, dass die mal ihre Lizenzmodelle für Künstler überdenken. In diesem Punkt haben die Amerikaner deutliche Vorteile zur Zeit.
  • Von meiner Seite auch ein "Dankeschön" an Euch zwei. Wollen wir hoffen, dass wir dadurch irgendwie, irgendwo, irgendwann weiterkommen.

    Viele Grüsse
  • Hallo,

    hört sich doch alles sehr gut an. Mittlerweile sind auch Eure Vorschläge bei uns eingegangen und wir haben einen Arbeitskreis ins Leben gerufen, woran einige von Euch beteiligt sind. Das ist doch mal ein Wort!

    Berücksichtigt in Eurem Groll einfach mal, dass das Lizenzmodell der GEMA im Test und noch durchaus veränderbar ist. Auch die Mitarbeiter der GEMA haben sich schon Gedanken gemacht, warum das derzeitige Modell auf geringe Resonanz stößt.

    Wir sind der Überzeugung, dass einige Details noch praxisgerechter werden! Wir müssen halt gemeinsam ran. Dafür braucht die GEMA Euren Input. Da nützt alles schimpfen nichts.

    Es sollte uns nur klar sein, dass eine Intituion von der Größe der GEMA auch ohne mit den Podcastern zu kommunizieren ein Preismodell festlegen kann. Sind wir also froh, dass die Verantwortlichen unserem Medium gegenüber wohl gesonnen sind und auf Vorschläge warten.

    Also Arbeitskreismitstreiter, Sascha, Podcastszene... lasst die Finger fliegen und schickt Eure Vorschläge an [email protected]

    Gruß
    Georg Schneider
  • Mei.... schon wieder so spaet. Daher jetzt nur eine kurze Rueckmeldung...

    Ich denke mal, dass die meisten interessierten Leute der englischen Sprache maechtig sind und die ganze Sache auch so schon verfolgen konnten. Trotzdem erreichten mich heute auch schon Anfragen mit der Bitte um eine Uebersetzung. Die werde ich nachreichen (in Schrift und/oder Ton). In der Zwischenzeit hat aber der Juergen schon die Essenz zusammengefasst und mir geschickt. Ich gebe das hier in Absprache mit ihm wieder:

    Es gibt einen juristischen Unterschied zwischen ASCAP/BMI (Amerika) und GEMA
    (Deutschland).

    Das PMN war ursprünglich nur für den amerikanischen Markt gedacht. In den
    USA kann jeder Inhaber der Rechte jede Art von Lizenz an jeden beliebigen
    geben. Das gilt aber nur innerhalb des amerikanischen Rechts.

    Spielt eine Radiostation solches Material, muß sie zahlen. Die Nutzer des
    PMN dagegen, die dieses Material in *Podcasts* spielen, müssen nichts
    zahlen. Der Podcaster hat hier das uneingeschränkte Verbreitungsrecht für
    den Podcast.

    Zum Thema Live-Aufnahmen:

    Die Plattenfirmen besitzen meist den sog. Master, von dem dann die Kopie
    gezogen wird. Sie hat das sog, Distributionsrecht, da ihr der Master gehört.

    Die meisten Künstler besitzen diese Master nicht.
    Beispiel: Alice Cooper hat sicher nicht das Master zu "I'm 18",
    aber ihm gehören die Text- und Musikrechte. Also nimmt er eine Live-Version
    von „I'm 18" auf, an der er oder seine Plattenfirma, die Rechte hält.
    Jetzt kann er als Inhaber der Rechte die Erlaubnis geben, das Lied ins PMN
    zu stellen; die Plattenfirma, die den Live-Master hat, tut das gleiche und
    schon steht der Titel im PMN

    Die GEMA in Deutschland hat das „gottgegebene" Recht, der einzige und
    exklusive Vertreter der Künstler für die Text- und Musikrechte für alle
    Verbreitungsarten zu sein. Ein Künstler verschreibt sich also mit „Haut und
    Haar" der GEMA und kann die Rechte nicht wie in den USA auf verschiedenen
    Nutzergruppen aufteilen. Diese Situation ist innerhalb der EU nur von der EU
    mit entsprechenden Gestzentwürfen zu regeln. Und das kann dauern.

    Ein "Markieren" solcher Titel ist zu aufwendig, man will eher einen Hinweis
    auf die Uploadseite stellen.

    Anmerkung (von Norman) zur Kennzeichnung :
    Es koennte so realisiert werden, dass die Kuenstler beim Eintrag in das PMN
    eine entsprechende Angabe machen muessen, was dann wiederum in einer
    entsprechenden Kennzeichnung resultieren koennte. Da sie ja laut AGBs
    des PMN zur wahrheitsgetreuen Angabe verpflichtet sind, koennte das fuer uns
    zumindest uebergangsweise und kurzfristig ein Vorteil sein, da wir dadurch erstmal
    unterscheiden koennten, was fuer uns spielbar waere und was nicht unbedingt.
    Adam scheint das auch so zu sehen.

    So.... das war`s erstmal. Vielen Dank fuer`s Interesse. Fortsetzung folgt....

    Gruss
    Norman und Juergen
  • [quote=podcastclub-e.V.]Berücksichtigt in Eurem Groll einfach mal, dass das Lizenzmodell der GEMA im Test und noch durchaus veränderbar ist. Auch die Mitarbeiter der GEMA haben sich schon Gedanken gemacht, warum das derzeitige Modell auf geringe Resonanz stößt.
    Nun bei nur 15 eingetragenen Podcast's in der Lizensliste von nur "geringer Resonanz" zu sprechen, halte ich für absolute Untertreibung! Das Modell ist eindeutig ein Flop und wird auch in Zukunft nicht angenommen!



    [quote=podcastclub-e.V.]Wir sind der Überzeugung, dass einige Details noch praxisgerechter werden! Wir müssen halt gemeinsam ran. Dafür braucht die GEMA Euren Input.
    Die GEMA braucht uns? Das ich nicht Lache! Seit nun mehr 100 Jahren ist der Verein nichts anderes als ein Inkassobüro- eine Treuhandgesellschaft (weiß Gott warum staatlich anerkannt) die ähnlich wie die GEZ nur auf eins aus ist- unser Geld! Daran wird sih auch durch ein Dialog nichts ändern! Letzendlich sitzt sie am längeren Hebel und kann machen was sie will!
    Jeder andere Konzern, der ein solche Monopolstellung inne hätte, würde schon längst vom Kartellamt einen Rüffel bekommen.

    Machen wir uns doch nichts vor- die GEMA ist ein Auslaufmodel! Gemacht vor 100 Jahren- mit Ansichten wie vor 100 Jahren! Einzig noch dazu da um den Vorstand dicke Gehälter zu ermöglichen und einige wenige "Stars" die Rente zu sichern!
    Ein Punktesystem nachdem die weniger bekannten Urheber so gut wie nichts bekommen- ja noch viel dreister- selber zahlen dürfen wenn sie ihre eigne Musik spielen!

    Was die GEMA nie einsehen wird- aber die Plattenindustrie vielleicht eines Tages bemerkt, ist, das grade Podcaster, Werbung machen! Jemand der einen unbekannten Song eines Künstlers spielt und damit nur einen Menschen zum Kauf einer gesamten CD bewegt hat Werbung gemacht!

    Der GEMA ist es egal! Denn bei ihr geht es nur um das Geld- und wir alle zahlen kräftig! beim Kauf eines Radios, eines Fernsehers, eines Videorecorders, eines DVD- Players, eines PC's, einer leeren unbespielten Cassette, CD, DVD ja teilweise sogar für die nervige Warteschleifenmusik bei unserem Hausarzt! Ist das zeitgemäß? Ist das gerecht?
  • Talkfrei spricht mir ja sowas von aus dem Herzen!

    Ich glaube auch nicht, daß die GEMA ernsthaft daran interessiert ist das Podcast-Angebot irgendwie großartig zu verbessern. Der GEMA geht es schlichtweg ums Geld und nicht um Werbung. Wofür sollte sie auch werben? Wer als Musiker ein bisschen Geld verdienen will in Deutschland muss ja fast zwangsläufig diesem Verein beitreten, weil es ja sonst keine(n) Club/Verein/Behörde gibt, welche(r) die Rechte der Urheber schützt. Meine Meinung ist, daß es für uns Podcaster solange mau aussehen wird, solange hier in Deutschland keine amerikanischen Verhätnisse herrschen, sprich es mindestens zwei Firmen gibt, die die Rechte der Künstler vertreten und sich deshalb in Konkurenz stehen. Ich weiß nicht, wer der GEMA diese Monopolstellung verschafft hat und ihr es somit auch wieder nehmen kann - aber dafür können nur die Künstler kämpfen (in dem sie diesem Verein nicht beitreten oder austreten) und nicht die Podcaster. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt - vielleicht, und das wäre ja Mal ne Idee - vielleicht lässt sich die GEMA "dazu herab" das Podsafe Music Network anzuerkennen. Sprich: sie lässt offizell zu, Musikstücke an welchen sie vielleicht Rechte hat, in Podcast zu spielen ohne dafür eine Gebühr zu verlangen. Ich mein, genau dies will der (amerikanische) Künstler ja, wenn er sein Stück im PMN zur Verfügung stellt...
  • Hallo, weil diese Diskussion immer wieder kommt, obwohl die Rechtslage doch klar ist, hier einige Anmerkungen von meiner Seite.

    1. Solange die Gema Künstlern nicht die Möglichkeit einräumt, dass sie ihre Songs für Podcasts freigeben, ist die Rechtslage so, dass die Gema eben die Hand auf den Aufführungsrechten hat (und diese eben auch aufhält.)

    2. Solange die GVL und die IFPI nicht ebenfalls ein Modell erarbeiten, das Podcastern es einfach macht, Songs zu spielen, ist die GEma-Lizenz wertlos.

    3. Ist die sichere Seite immer noch, den Künstler zu fragen, ob er einen Gema-Vertrag hat oder eben im Gema-Archiv nachzuschauen.

    4. Greift nach Aussage der Gema gegenüber dem Podcastverband die Gema-Vermutung bei Podcasts nicht.

    5. Halte ich das Gema-Lizenzmodell für Unsinn. das ist nicht einmal der kleinste Nenner und geht völlig an den Wünschen von Podcastern wie mir vorbei.

    6. Ist Geldsammeln wirklich der falsche Weg, auch ein Anwalt bringt nichts in dieser Frage, da hat der Podcastclub/Georg absolut recht. Deshalb sind auch diese Einzelaktionen unsinnig. Nur gemeinsam sind wir stark, und nur dann wird sich etwas tun. Ob das Club oder Verband oder beide zusammen (das Angebot steht nach wie vor), ist erstmal zweitranging. Aber Einzelkämpfer haben keine Chance.

    7. Wäre es hilfreich, wenn hier zunächst einmal die Forderungen an die Gema (und nur an die) formuliert werden und dann geschaut wird, wem man für die Umsetzung ein Mandat gibt?

    Kurze Anmerkung zu Georgs letztem Beitrag: Nein, die reguläre Gema-Lizenz deckt eben nicht den Podcast ab, sondern nur Webradio oder Download. also kann er das rechtlich sicher nicht haben. Es sei denn Du meinst eine Einzellizenz.

    Thomas Wanhoff
    www.podcastverband.de
  • talkfrei said:

    Machen wir uns doch nichts vor- die GEMA ist ein Auslaufmodel! Gemacht vor 100 Jahren- mit Ansichten wie vor 100 Jahren! Einzig noch dazu da um den Vorstand dicke Gehälter zu ermöglichen und einige wenige "Stars" die Rente zu sichern!


    Ich weiß nicht, ob ich auf diesen Unsinn überhaupt eingehen soll. Aber wenn die GEMA deiner Meinung nach ein "Auslaufmodell" ist, wie sieht dann für dich die Zukunft aus? Soll der Komponistenberuf in Zukunft wieder ein Hungerberuf sein? Oder wovon soll ein Komponist deiner Meinung nach Leben? Hast du den Komponisten Geld gespendet, deren Musik du illegal in deinem Podcast gespielt hast? ;)
  • 3. Ist die sichere Seite immer noch, den Künstler zu fragen, ob er einen Gema-Vertrag hat oder eben im Gema-Archiv nachzuschauen.


    Wie war noch gleich die Telefonnummer von James Brown? ;)

    Die Aktion von Norman und Jürgen und die Kennzeichnung der entsprechenden Künstler im PMN ist auf jeden Fall sinnvoll und wichtig. Auf die Idee sind unsere beiden Lieblingsvereine jedenfalls noch nicht gekommen. Dem Jürgen und dem Norman dafür noch mal einen herzlichen Dank!

    6. Ist Geldsammeln wirklich der falsche Weg, auch ein Anwalt bringt nichts in dieser Frage, da hat der Podcastclub/Georg absolut recht. Deshalb sind auch diese Einzelaktionen unsinnig. Nur gemeinsam sind wir stark, und nur dann wird sich etwas tun. Ob das Club oder Verband oder beide zusammen (das Angebot steht nach wie vor), ist erstmal zweitranging. Aber Einzelkämpfer haben keine Chance.


    Also kann uns der Podcastverband die Frage z.B. auch nach dem Zitatrecht bei CD-Vorstellungen beantworten? Dann mal los! Ich freue mich dann auch auf deine Expertise zum Thema "Unterschiede zwischen US-amerikanischen und deutschem Musikrecht".
    Aber keine Sorge, unser Budget reicht im Moment gerade mal für eine Erstberatung, insofern könntest du Recht haben, dass wir keine Chance haben, Antworten auf diese Fragen zu finden.

    7. Wäre es hilfreich, wenn hier zunächst einmal die Forderungen an die Gema (und nur an die) formuliert werden und dann geschaut wird, wem man für die Umsetzung ein Mandat gibt?


    Das ist ein anderes Thema und natürlich auch wichtig. Dafür wäre ein eigener Thread sinnvoll. Hier geht es um Rechtsunsicherheiten und Stolpersteine beim Podcasting. Ich glaube ohnehin, dass du da was verwechselt hast.

    Kurze Anmerkung zu Georgs letztem Beitrag: Nein, die reguläre Gema-Lizenz deckt eben nicht den Podcast ab, sondern nur Webradio oder Download. also kann er das rechtlich sicher nicht haben. Es sei denn Du meinst eine Einzellizenz.


    Podcast ist im Prinzip nichts anderes als Download. Wer einen Song komplett ausspielen will, zahlt nach Aussagen der GEMA den entsprechenden Satz, dazu hat sich eine GEMA-Mitarbeiterin im Spreeblick-Podcast eigentlich ziemlich eindeutig geäußert.
  • Hi zusammen,

    für mich ist dieses Gema-Lizenz-Modell auch völlig inakzeptabel und an der Realität vorbei entwickelt. Denn bezahlbar ist das demnach nur für PR-Podcasts etc., nicht aber für Leute, die keine Firmen im Nacken haben, sprich also Podcaster, die ihre Sendung alleine auf die Beine stellen.

    Das wirklich Schlimme ist, dass es eine Grauzone zwischen dem, was die GEMA darf und was nicht, gibt. Das wird so lange ungeklärt bleiben, denke ich, bis es wirklich mal einen Rechtsstreit gegeben hat, bei dem ein Gericht festlegt, wie weit der Arm der GEMA wirklich reicht und an welche Regeln auch sie sich zu halten hat.

    Nehmen wir nur mal die Möglichkeit der Recherche auf der GEMA-Seite. Wie hier ja erwähnt wurde, ist der Katalog unvöllständig. Das ist etwas, das nicht zu unseren Lasten ausgelegt werden darf. Hier sehe ich die GEMA in der Pflicht, offene, klare und saubere Auskunftsmöglichkeiten bereitzustellen, an denen wir uns wirklich orientieren können.

    Zudem sagt mir mein Verstand, dass man niemanden haftbar machen kann, wenn sich Lizenzverhältnisse plötzlich ändern. Wenn er also in einer alten Podcast-Folge einen ehemals lizenzfreien, meinetwegen CC-Song hat, kann man ihm nicht eine Strafe zumuten, nur weil der Künstler sich inzwischen überlegt hat, GEMA-Mitglied zu werden. Das ist unzumutbar und meiner Ansicht nach Unrecht. Damit steht man immer mit einem Bein im Strafverfahren.

    Zudem: Ist es nicht z.B. auch logisch, einen Song, der auf verschiedenen Internetseiten und Portalen vom Künstler in voller Länge zum freien Download angeboten wird, im Podcast spielen zu dürfen? Der Song schwirrt doch eh schon im Web herum, wird verlinkt etc. ...Ich unterstelle damit dem Künstler die Absicht, dass sein Song weiterverbreitet werden SOLL. Und auch der GEMA, wenn sie das dem Künstler nicht umgehend verbietet.

    Meine Forderung an die GEMA:
    Ähnlich wie in Holland (soweit ich weiß sind es da 50€ pro Monat) sollte man hier von Podcastern ebenfalls eine monatliche Pauschale nehmen. Meinetwegen als gestaffeltes Modell:

    Wöchentlicher Podcast - 3 Songs=50€, 5 Songs=75€,...
    Monatlicher Podcast - ...

    Ich glaube, da profitiert dennoch jeder davon.
    Musik-Podcasts sind Werbung für die Künstler!

    Würde man zudem festlegen, dass z.B. nur bestimmte, einzelne Stücke eines Albums im Internet gespielt werden dürfen (auch hier mit transparenter, klarer Angabe der GEMA, an der sich der Podcaster wirklich orientieren kann!!), würde das für die Hörer einen Anreiz bieten, sich die gesamte CD zu kaufen.

    An alle Musik-Podcaster:
    Wir brauchen in Deutschland dringend eine großes CC-Portal als Gegengewicht, das auch Musikern die Möglichkeit bietet, sich selbst zu vermarkten!

    Och, ich könnt mich aufregen...

    Der Wahnsinn, bis so eine Podcast-Ausgabe durchgecheckt und abgesichert ist.

    Und dennoch muss man immer befürchten, etwas übersehen zu haben. Oder vielleicht doch falsche Angaben vom Künstler bekommen zu haben (ohne Absicht vielleicht, weil er selbst nicht wußte, wie er gebunden ist). Ich sag ja, mit einem Bein im Strafgericht...
  • Tanja said:

    Wir brauchen in Deutschland dringend eine großes CC-Portal als Gegengewicht, das auch Musikern die Möglichkeit bietet, sich selbst zu vermarkten!


    Das war auch mein erster Gedanke. Aber was würde das bringen bzw. wie sollte das aussehen? Denn das PMN ist ja im Prinzip so ein CC-Portal nur eben mit dem Problem, daß z.B. ein Herr Alice Cooper seine LIVE-Aufnahme über das PMN in Amerika legal anbieten kann. Für Deutschland kann er es aber nicht. So müsste man also die Künstler dazu bewegen sich neben dem PodsafeMusicNetwork auch in das neue deutsche CC-Portal einzutragen, im Fall, daß keine GEMA Zugehörigkeit besteht und diese auch für die Zukunft nicht angestrebt wird... Wer würde das tun bzw. da ist es doch wirklich einfacher bei PMN einen entsprechenden Vermerk (GEMAFREI) anzubringen.

    Mich macht was ganz anderes wütend. Warum soll ich für einen Song, welchen ein amerikanischer Podcasterkollege legal kostenlos und in voller Länge spielen kann bezahlen und dann darf ich ihn auch noch nur halb und mit ein- und ausbesprechen spielen? Das ist doch nicht einzusehen! Ich seh's wirklich ein, daß die GEMA Gebühren erhebt für Songs die einwandfrei aus deren Fundus stammt (@Ohrenmensch: wir wollen ja nicht, daß die Komponisten am Hungertuch nagen müssen ;) ). Aber nicht, wenn der Künstler selbst sein Werk im Prinzip freigibt (dies aber offensichtlich wegen Gemaknebelverträge nicht kann).

    Meine Forderung an die GEMA wiederhole ich deshalb gerne nochmal:
    Akzeptiert den Willen eurer Kunden (die Urheber) und verlangt kein Geld für das Spielen von als podsafe erklärten Songs! Danke! (Ich spiel dann auch dann und wann "ein bisschen Frieden" von Nicole und bezahle dann auch gerne dafür, damit Herr Siegl nicht ganz leer ausgeht)
  • Da das GEMA-Lizenzmodell für Podcaster eigentlich nicht Thema dieses Threads ist, habe ich mal einen neuen Thread eröffnet, in dem ihr eure Wünsche an die GEMA vortragen dürft.

    http://www.podster.de/forum/viewtopic.php?pid=7567#p7567
  • talkfrei said:

    Machen wir uns doch nichts vor- die GEMA ist ein Auslaufmodel! Gemacht vor 100 Jahren- mit Ansichten wie vor 100 Jahren! Einzig noch dazu da um den Vorstand dicke Gehälter zu ermöglichen und einige wenige "Stars" die Rente zu sichern!


    Ich weiß nicht, ob ich auf diesen Unsinn überhaupt eingehen soll. Aber wenn die GEMA deiner Meinung nach ein "Auslaufmodell" ist, wie sieht dann für dich die Zukunft aus? Soll der Komponistenberuf in Zukunft wieder ein Hungerberuf sein? Oder wovon soll ein Komponist deiner Meinung nach Leben? Hast du den Komponisten Geld gespendet, deren Musik du illegal in deinem Podcast gespielt hast? ;)

    Lieber Ohrenmensch,

    der größte Teil der Musik die wir gespielt habe, ist von Künstlern die mittlerweile fast 60 Jahre tot sind- einschließlich der Komponisten- und ich gehe mal davon aus das selbst du nicht willst, das ich jetzt dem Komponisten "Blumen" spende (aufs Grab).
    2. Der größte Teil befindet sich nicht in der GEMA- Liste. Das checken wir auch immer vorher- außerdem gibt es Amigapressungen (Schallplatte) die es niemals auf die GEMA- Listen geschafft haben!!!
    3. Ja es ist ein Auslaufmodell! Doppelt und dreifach kassieren! Wenn das für dich okay ist, bist du einer der wenigen! Außerdem bekommen die meisten, bei der GEMA gemeldeten Künstler, einen Hungerlohn, ein paare Cent bzw. gar nichts- weil wenn es nicht eine Alternative zum Mainstream geben würde, der mal etwas von einem unbekannten aber bei der GEMA gelisteten Künstler spielen würde, würde der nix bekommen!

    Die Zukunft würde eine Alternative zur GEMA vorsehen! Wir leben in einem Zeitalter, in dem es soviele neue Möglichkeiten gibt, Musik zu verbreiten, dass die Lizensmodelle der GEMA einfach nicht mehr Zeitgemäß sind!

    Es sollten sich die Plattenlabels wieder darum kümmern (wie zu Beethovens Zeiten die Verlagsgesellschaften!)Die GEMA kann ja da ein überprüfendes Organ werden, welches die korrekte Zahlung an den Künstler überwacht!
  • baerliner said:

    der größte Teil der Musik die wir gespielt habe, ist von Künstlern die mittlerweile fast 60 Jahre tot sind- einschließlich der Komponisten- und ich gehe mal davon aus das selbst du nicht willst, das ich jetzt dem Komponisten "Blumen" spende (aufs Grab).


    Das Urheberrecht erlischt erst 70 Jahre nach Tod des Komponisten. Für die Leistungsschutzrechte der ausübenden Künstler gelten 50 Jahre nach Ableben. (Um nicht falsch verstanden zu werden, ich habe ganz und gar nix dagegen, solche Musik im Podcast zu hören, solange nicht ich die Abmahnung riskiere ;) )


    baerliner said:

    Außerdem bekommen die meisten, bei der GEMA gemeldeten Künstler, einen Hungerlohn, ein paare Cent bzw. gar nichts-


    Interessant. Ich kenne so einige unbekannte Künstler, die ohne das Zubrot von der GEMA ganz schön hungern müssten. Aber anscheinend hast du wohl tiefere Einblicke in das System als ich ;)
  • Hallo zusammen,



    Tanja said:

    Wir brauchen in Deutschland dringend eine großes CC-Portal als Gegengewicht, das auch Musikern die Möglichkeit bietet, sich selbst zu vermarkten!


    Das war auch mein erster Gedanke. Aber was würde das bringen bzw. wie sollte das aussehen? Denn das PMN ist ja im Prinzip so ein CC-Portal nur eben mit dem Problem, daß z.B. ein Herr Alice Cooper seine LIVE-Aufnahme über das PMN in Amerika legal anbieten kann. Für Deutschland kann er es aber nicht. So müsste man also die Künstler dazu bewegen sich neben dem PodsafeMusicNetwork auch in das neue deutsche CC-Portal einzutragen, im Fall, daß keine GEMA Zugehörigkeit besteht und diese auch für die Zukunft nicht angestrebt wird... Wer würde das tun bzw. da ist es doch wirklich einfacher bei PMN einen entsprechenden Vermerk (GEMAFREI) anzubringen.

    Es gibt in Deutschland jede Menge Portale, die allerdings m.E. keine so explizit auf Vermarktung ausgerichtete Sicht haben. Als Beispiel nenne ich mal www.myownmusic.de. Ich gebe allerdings auch Mike (MSDP) recht, wenn er das PMN als bereits bestehendes Portal anführt. Das IST genau das Portal, das wir brauchen. Im PMN (oder GArageband) sind einige deutsche Künstler vertreten. Ich glaube aber, dass viele Künstler nicht wissen, dass es sowas wie das PMN gibt.

    Meine Forderung an die GEMA wiederhole ich deshalb gerne nochmal:
    Akzeptiert den Willen eurer Kunden (die Urheber) und verlangt kein Geld für das Spielen von als podsafe erklärten Songs! Danke! (Ich spiel dann auch dann und wann "ein bisschen Frieden" von Nicole und bezahle dann auch gerne dafür, damit Herr Siegl nicht ganz leer ausgeht)


    Ohrenmensch hat einen neuen Thread aufgemacht, dort werden alle Forderungen gesammelt.

    Grüße
    Jürgen
  • Ich will ja gar keine GEMA-pflichtigen Stücke spielen, sondern nur sicher sein, dass das was ich vom PMN nutze nicht solches Material ist.

    Die Nutzerfreundlichkeit durch die Playlist beim PMN finde ich toll und die vorgeschlagene Kennzeichnung eine sehr gute Idee.
  • Podcastsafe schrieb:

    "Es gibt in Deutschland jede Menge Portale, die allerdings m.E. keine so explizit auf Vermarktung ausgerichtete Sicht haben. Als Beispiel nenne ich mal www.myownmusic.de. Ich gebe allerdings auch Mike (MSDP) recht, wenn er das PMN als bereits bestehendes Portal anführt. Das IST genau das Portal, das wir brauchen. Im PMN (oder GArageband) sind einige deutsche Künstler vertreten. Ich glaube aber, dass viele Künstler nicht wissen, dass es sowas wie das PMN gibt."

    Okay, es gibt das PMN.

    Aber offensichtlich bringt es uns in punkto Sicherheit nicht viel, denn leider können wir ja (s.o.) die rechtlichen Bedingungen des PMN nicht auf Deutschland übertragen.

    Wir könnten also nur Adam Curry bitten, dass die Künstler, die ihre Songs dort hochladen, bei ihrer Anmeldung oder beim Einstellen jedes Songs auch ein Häckchen hinter "GEMA free" machen - quasi eine Extra für die deutschen Podcaster (vielleicht haben die Kollegen in anderen Ländern ja ähnliche Probleme und wären für so eine Regelung auch dankbar).

    Wer hatte noch Kontakt mit ihm???
  • Tanja said:

    "...die Künstler, die ihre Songs dort hochladen, bei ihrer Anmeldung oder beim Einstellen jedes Songs auch ein Häckchen hinter "GEMA free" machen - quasi eine Extra für die deutschen Podcaster..."


    Genau, das wäre es!
  • Vielleicht sollten wir auch so eine Art deutsches PMN gründen, wo internationale, wie deutsche Künstler ihre Musik reinstellen könnten! Bei den meisten Seiten, die es in D gibt, ist nämlich auch nicht klar geschildert, ob die gesamte Musik gemafrei ist.

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