Werdet politisch!
  • Es ist höchste Zeit dass wir Podcaster uns endlich auch politisch engagieren! Ich hab das Musikpodcast Breitengrad°38 vor anderthalb Jahren gestartet mit der Absicht gezielt nichts Politisches in meinem Podcast zu sagen. Aber das geht in meinen Augen nun definitiv nicht mehr!

    Das "Wachstumsbeschleunigungs-Gesetz" von CDU/FDP wird in den kommenden Monaten und Jahren zu massiven Einsparungen im Bereich der Bildung und der Kultur führen. Hauptlast dieser Steuererleichterungen haben nämlich die Kommunen zu tragen. Und die haben eh schon keine finanziellen Mittel mehr, bzw. nicht mehr viele Reserven. Heißt, die Rathäuser müsen drastisch sparen. Und wo kann man das am Besten tun? Richtig. Beim öffentlichem Nahverkehr (in Wuppertal fährt zum Beispiel nicht einmal mehr die Schwebebahn - aus Kostengründen), bei der Schule (die zum Großteil in Gemeindehand sind) und natürlich bei der Kultur. Bei Theatern, Büchereien, bei Ausstellungen, bei Konzerten und anderen kulturellen Veranstaltungen.

    Offensichtlich ist das noch immer vielen nicht klar, was da auf uns zukommen wird...

    Das Ganze nochmal ganz verständlich nachzulesen, gibt's hier
  • Die wirklich schlimmen Gesetze kommen noch nach der nächsten Landtagswahl.
    Viele Branchen spenden für bürgerliche Parteien. Da ist noch eine lange Liste an Gefälligkeiten abzuarbeiten. Und Herr Koch hat ja schon angedeutet, wer das alles (mit seiner Hände Arbeit) bezahlen soll...
  • Das Ruhrgebiet startet gerade in sein Jahr als Kulturhauptstadt Europas - und hintenrum werden die Kulturetats deutschlandweit eingefroren und zusammengespart! Und letztendlich hat es keine der schwarz-gelb-regierten Landesregierung gewagt, dieses Gesetz zu verhindern. Dass die vermeintlichen Steuererleichterungen nur an anderer Stelle wieder draufgeschlagen werden, ist hoffentlich inzwischen allen klar. So funktioniert die Steuerpolitik seit Jahren. Bleibt nur zu überlegen: Was tun?

    Sich weiter informieren. Zum Beispiel hier (ein Kommentar vom Verband deutscher Studenten mit dem Titel "Wo bleibt der Aufstand")

    Und die ePetition gegen das Gesetz unterschreiben. Hier.

    Auszug aus der ePetition:

    4. Mehrbelastung der Kommunen und Gemeinden

    Die auf die Kommunen und Gemeinden zukommende Mehrbelastung ist kaum mehr aufzufangen. Einige Städte mussten in diesem Jahr einen Rückgang des Gewerbesteueraufkommens in Höhe von 70 % hinnehmen. Dadurch ergeben sich erzwungener Maßen die Notwendigkeit von Einsparungen und die Erhöhung von Steuern in diesem Bereich, die nicht zuletzt wieder die angesiedelten Unternehmen und die Einwohner (vor allem Familien – kultureller Bereich) treffen werden.
  • Und die ePetition gegen das Gesetz unterschreiben. Hier.


    Erledigt. Auch wenn ich da nicht viel Hoffnung habe.
  • Auch wenn ich da nicht viel Hoffnung habe.


    Hm, auch wenn ich da ähnliche Befürchtungen habe... Irgendwer hier im Raum 'ne Idee was man sonst noch machen könnte? Wir brauchen einen Plan gegen den Kulturzerstörungsplan!
  • [Zynismus an] Kannst mal im Web verbreiten, in der E-Petition gehe es gegen die geplante Twitter-Steuer. Ich wette, dann gibt es pro Tag mindestens fünftausend neue Mitzeichner. ;) [Zynismus aus]
  • @Breitengrad38: Warum nicht direkt an den Abgeordneten gehen ....
    @Grüsse an Ohrenmensch ......
  • Gleich das Nächste von der Politik für die Kultur: Markus Söder (CSU) verbietet das Passauer Pfingst Openair!

    Grund für das Verbot seien, so das bayerische Umweltministerium, überschrittene Lärmpegel nach 22 Uhr. Das Ministerium spricht dabei von “Lärmverschmutzung”. Weiter sehe das Ministerium “keine herausragende Bedeutung” des Pfingst-Open-Airs für das öffentliche Interesse.

    weitere Infos

    Manmanman, ich glaub ich komm aus dem Petitionen-schreiben auch nicht mehr raus... @Ohrenmensch: Das wär vermutlich das einzig Wirkungsvolle : (
  • @Breitengrad38: Warum nicht direkt an den Abgeordneten gehen ....


    Diesbezüglich kann ich http://www.abgeordnetenwatch.de/ sehr empfehlen.
  • HILFE! Bitte nicht politisch werden!! Dieses Feld ist qualitativ und quantitativ ausreichend besetzt. Da muss einem Podcaster schon eine ganz neue Variante einfallen, das Thema Politik anzughen ...
  • P. S.: Thema Lokalpolitik könnte ich mir in einem privaten Podcast gut vorstellen, insbesonders, wenn ihn das Thema vielleicht sogar direkt betrifft.
  • coke4all said:

    HILFE! Bitte nicht politisch werden!! Dieses Feld ist qualitativ und quantitativ ausreichend besetzt. Da muss einem Podcaster schon eine ganz neue Variante einfallen, das Thema Politik anzughen ...


    So ein Quark...

    Jedes Thema ist irgendwo schon besetzt. Über Qualität lässt sich immer streiten (auch bei den anderen Themen). Und wer bestimmte Themen nicht mag, muss entsprechende Podcasts nicht hören. Wir sollten aber nicht vergessen, dass die Meinungsfreiheit in Deutschland nicht immer Tradition hatte und gerade Blogs und Podcasts sind doch wunderbare demokratische Instrumente.

    Also, Herr Coke, das war jetzt wirklich kein "Geistesblitz". Oder um es in deinen Worten zu sagen: #fail ;)
  • nungut, das mit den demokratischen Instrumenten ist wahr. Ein Netzpolitik.org hat ja durchaus seine Daseinsberechtigung. Wenn ich mir jetzt aber vorstelle, einen Musikpodcast mit politischen Themen "angereichert" zu bekommen, weiß ich genau, wo ich mein "#fail" setzen werde ...
    ;-)
  • coke4all said:

    Wenn ich mir jetzt aber vorstelle, einen Musikpodcast mit politischen Themen "angereichert" zu bekommen, weiß ich genau, wo ich mein "#fail" setzen werde ...
    ;-)


    Naja, wenn man die Musik ganz rauslassen würde (das Feld ist qualitativ und quantitativ ja in den anderen Medien ausreichend besetzt), wäre er evtl. hörenswert. ;)
  • Meiner Meinung nach sollte sich jeder, der ne Meinung hat politisch äußern.
    Wir haben ja nun seit einiger Zeit ne echt unfähige Regierung, ne total unpolitische
    Kanzlerin und die Beliebtheit der Minister mißt sich auch eher in Casting-Show-Qualitäten, denn in Lösungsansätzen.
    Da ist mir persönlich jede öffentlich-gemachte politische Meinung recht.
    Die Nasen, die über unsere Köpfe hinweg herrschen sollen ruhig aus allen Richtungen hören, was wir so denken.

    Also los ihr Maler, Sänger, Hörspiel-Buch-Autoren, Personal-Podcastmacher etc.
  • Also los ihr Maler, Sänger, Hörspiel-Buch-Autoren, Personal-Podcastmacher etc.


    Herr Storbeck, die Welt wartet auf Ihr Comeback. ;)
  • Hab mir lang überlegt ob zu einem Musikpodcast Politik passt. Und denke mir: Wenn die Politik Kultur kaputt macht, hat die Politik sehr wohl was in einem Musikpodcast verloren. Aktuelles Beispiel: Pfingst-Open-Air in Passau. Das wollte Bayerns Umweltminister Markus Söder wegen angeblich zu hoher Lautstärke verbieten - trotz überwältigendem Rückhalt aus der lokalen Bevölkerung. Dank einer groß angelegten Briefaktion und Berichten in den unterschiedlichsten Medien stimmte der bayerische Landtag (bzw. dessen Umweltausschuss) vergangene Woche nun einstimmtig für den Erhalt des Festivals...
  • Das ist doch eine gute Nachricht. Mein Posting weiter oben zum "Musikpodcast mit Politik ohne Musik" war übrigens nicht auf euch bezogen und war auch nur ironisch gemeint. Hoffe nicht, dass das falsch rüberkam. :)
  • Die Unterhaltung muss durch Politik ja nicht geschmälert werden. Ich mache einen fast kindgerechten Podcast. Dennoch steckt die eine oder andere politische oder moralische Frage darin.
    Politik soll ja nicht wie eine Werbeunterbrechung eine ansonsten unpolitische Episode zerstückeln, sie kann auch auf der Metaebene hintergründig mitschwingen...
  • Mein Posting weiter oben zum "Musikpodcast mit Politik ohne Musik" war übrigens nicht auf euch bezogen und war auch nur ironisch gemeint. Hoffe nicht, dass das falsch rüberkam. :)


    Na dann bin ich ja beruhigt ;)

    templer said:

    [...] sie kann auch auf der Metaebene hintergründig mitschwingen...


    So richtig fies hintenrum, dafür umso treffender... Find ich guuuut :)
  • Na dann bin ich ja beruhigt ;)


    Wollte nur Coke ärgern, habe aber übersehen, dass er wohl von eurem Podcast sprach. ;) Aber im Grunde höre ich wirklich nur selten Musikpodcasts und auch im Radio höre ich eher die Infoprogramme.
  • Die guten musikalischen Programme im Radio sind ja leider auch eher dünn gesäht. ;)
  • auweh ...

    Naja, wenn man die Musik ganz rauslassen würde (das Feld ist qualitativ und quantitativ ja in den anderen Medien ausreichend besetzt), wäre er evtl. hörenswert. ;)


    ... die Spitze hab ich wohl zu recht abbekommen. ;-)

    Lass es mich mal so sagen: Musik-Podcasts gibt es so wenige, dass mir außer der Podsafe-Metall-Pilot (oder so ähnlich) und Bing-Dingenskirchen (anders ähnlich) kein einziger weiterer mehr einfallen will. Politische Podcasts (TV- und Radio-Zweitverwertung) hingegen gibt es bei jedem Öffentlich-Rechtlichen Radio-Sender vielfach. So vielfach, dass ich sogar jene, die mich alle interessieren, nicht alle anhören kann.

    Wenn also dem politischen Podcaster nicht wirklich ein Aspekt einfällt, der nicht schon vom Öffentlichen Rundfunk bedient wird, sehe ich da ziemlich schwarz.

    Abgesehen davon: in Sachen Musikpodcasts sehe ich auch schwarz, auch für meinen eigenen -- das aber aus anderen Gründen ...

    ;-)
  • LOL -- den Breitengrad 38 Podcast hab ich jetzt glatt vergessen. Okay, es sind wohl doch drei Musikpodcasts, die es noch gibt ...

    ... und "politisch" im Dienste der Kultur, wie oben angesprochene Aktion in Passau, ist natürlich völlig okay -- gehört ja auch zum Thema, passt gut in einen Musikpodcast, sowas anzusprechen. Ausgend davon aber das breite Feld des "Wachstumsbeschleunigungs-Gesetzes" (wie im ersten Posting angedeutet) in einem Musik-Podcast unterzubringen, wäre für mich ein Grund, den Podcast nicht mehr zu hören. Ab und an mal angesprochen -- okay. Ansonsten aber bin ich mit "politischer Bildung" im weitestens Sinne ausreichend bedient.
  • coke4all said:

    Lass es mich mal so sagen: Musik-Podcasts gibt es so wenige, dass mir außer der Podsafe-Metall-Pilot (oder so ähnlich) und Bing-Dingenskirchen (anders ähnlich) kein einziger weiterer mehr einfallen will.


    Das liegt m.E. daran, dass die GEMA uns da einen Strich durch die Rechnung macht. Ich bin mir sicher, gäbe es eine praxistaugliche GEMA- und GVL-Lizenz, dann sähe es ganz anders aus.

    coke4all said:

    Politische Podcasts (TV- und Radio-Zweitverwertung) hingegen gibt es bei jedem Öffentlich-Rechtlichen Radio-Sender vielfach.


    Gebührenfinanzierte Podcasts sind ja nun nicht gerade das, was Brecht unter Demokratisierung des Radios verstand. Und wenn du die öffentlich-rechtlichen Podcasts ansprichst, da gibt es zwar keine Musikpodcasts (wegen der GEMA-Frage), aber es gibt zig Streams mit Musik satt, um ein Vielfaches mehr als du im Radio bekommst.


    coke4all said:

    Wenn also dem politischen Podcaster nicht wirklich ein Aspekt einfällt, der nicht schon vom Öffentlichen Rundfunk bedient wird, sehe ich da ziemlich schwarz.


    Z.B. der Aspekt das politische Geschehen aus der Perspektive des Privatmenschen zu beurteilen. Demokratie funktioniert doch nur, wenn jeder mitmacht. Meine bislang politischste Folge hat übrigens im letzten Jahr die meiste Resonanz bekommen. Insofern scheint doch Interesse da zu sein. :)
  • Mh, also grad zu den Zweitverwertungsgeschichten aus dem ö/r Bereich stehe ich persönlich eher skeptisch, vor allem, wenn ich bedenke, wie unabhängig die wirklich sind (Roland Koch nimmt über den Verwaltungsrat des ZDF Einfluß auf die Vertragsverlängerung mit Chefredakteur Brender).

    Auch die restliche professionelle Medienlandschaft würde ich persönlich nur als bedingt unabhängig bezeichnen, da die über Werbe- und Anzeigenerlöse oftmals direkt mit ihrer Kundschaft in Konflikt geraten würden bei zu eindeutiger Stellungnahme/Berichterstattung.

    Außerdem fällt mir seit Jahren auf, wie sich der sogenannte unabhängige Journalismus (nicht nur hierzulande, sondern international) einen Spaß daraus macht über Positiv/Negativ Kampagnen erst gewisse Leute zu pushen (siehe die beinahe kritiklose Berichterstattung des Spiegel in Bezug auf Angela Merkel), um sie dann in Grund und Boden zu kritisieren (auf einmal ist genau die gleiche wohlwollend begleitete Person und ihr Politikstil Angriffsziel der Kritik, ohne das sich etwas geändert hat an Stil oder Vorgehen).

    Meiner Meinung nach verdanken wir es unter Anderem der veröffentlichten Meinung, dass wir jetzt von dieser Gurken-Truppe regiert werden die ja letztenendes genau den Murks zu verzapfen gedenkt, den sie im Wahlkampf in die Gegend allgemeinplatziert hat.
    Mich jedenfalls überrascht das alles nicht (im Übrigen genausowenig wie die sogenannte Krise, btw. schließe ich jetzt schon Wetten darauf ab, dass wir im Laufe des Jahres 2015 wieder eine Solche haben werden).
  • Natürlich soll jetzt nicht jeder nur noch über Politik reden. Wär ja auch bissl blödsinnig. Dafür gibt's Leute die dafür bezahlt werden. Sogar von uns. ;) Und da wir diese Leute bezahlen, sollten wir wohl zumindest ein klein wenig Interesse daran haben was die eigentlich machen. Mit unserem Geld. So nebenbei bemerkt. Eigentlich gar kein so blöder Job: Das Geld anderer Leute ausgeben und dabei eigenes Geld verdienen. Aber gut, da gibt's ja auch mehrere Berufsgruppen, die das tun...

    Klar darf jeder seine eigene Meinung haben, nur weshalb du jetzt ein Musikpodcast ababonnieren würdest wenn dort das Wachstumsbeschleunigungsgesetz kritisiert/thematisiert werden würde, wundert mich etwas. Die Auswirkungen auf die Kultur und damit auch auf musikalische Veranstaltungen sind absolut unabsehbar. Nur eins ist klar: Besser wird es dadurch bestimmt nicht. Es ist nur (noch) nicht so konkret wie beim Festival in Passau. Thematisch ist es meiner Meinung nach genauso brisant und passend. Vielleicht ist es sogar noch schlimmer: Beim Pfingst-Open-Air war jedem schlagartig bewusst was da passiert; dieses neue Gesetz macht das schleichend und auf Raten.

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